Freelancer oder Festanstellung?

Diese Frage stellen sich viele beim Teamaufbau – dabei gibt es keine pauschal richtige Antwort.

Beides kann funktionieren, wenn du weißt, wie du Menschen führst.

Denn Führung ist das, was aus Aufgaben Verantwortung und aus Zusammenarbeit echtes Teamwork macht.

In diesem Artikel zeige ich dir die relevanten Unterschiede – und wie du sie im Alltag so nutzt, dass Ergebnisse, Motivation und Zusammenarbeit steigen.

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TEAM-UP Podcast | Folge #115 | Freelancer führen vs. Angestellte führen – was wirklich anders ist

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Freelancer oder Festanstellung – was passt beim Teamaufbau zu deinem Business?

Die beste Entscheidung entsteht aus Geschäftsphase, Persönlichkeit und gewünschter Flexibilität.

Eine sehr erfolgreiche Unternehmerin in meinem Umfeld macht mehrfach 7-stellige Umsätze und beschäftigt trotzdem ausschließlich Freelancer*innen.

Und eine Kundin von mir hatte gerade vor 5 Monaten gegründet, als wir klar erarbeitet hatten, dass sie von ihrer Persönlichkeit her unbedingt (so schnell sie es sich finanziell leisten kann) eine*n festangestellte*n Mitarbeiter*in braucht.

Es gibt also erfolgreiche Unternehmen mit reinem Freelancer-Setup – ebenso wie frühe Gründer*innen, für die die Anstellung des ersten Mitarbeiters schon nach wenigen Monaten sinnvoll ist.

Denke in Optionen, nicht in Dogmen:

  • Freelancer führen lohnt sich, wenn du schwankende Auslastung, klar umrissene Projekte oder Spezialwissen brauchst.

  • Führung der ersten Angestellten zahlt sich aus, wenn du stabile Prozesse etablierst, Know-how im Haus halten willst und Kultur bewusst aufbaust.

Merke: Die Vertragsform folgt der Strategie – nicht umgekehrt.
Wichtig ist, dass du Führung und Rahmenbedingungen konsequent zur gewählten Form passend gestaltest.

Welche rechtlichen & organisatorischen Unterschiede musst du kennen?

Zentraler Unterschied: Bei Angestellten bist du weisungsbefugt.

Was bedeutet „Weisungsbefugnis“?

Weisungsbefugnis bedeutet, dass Arbeitgeber*innen ihren Angestellten verbindliche Anweisungen geben dürfen – etwa wann, wo und wie gearbeitet wird.

Sie ist ein zentrales Merkmal eines Arbeitsverhältnisses und unterscheidet Festangestellte klar von Freelancer*innen, die ihre Arbeit selbstständig und eigenverantwortlich organisieren.

Du hast bei Angestellte aber auch Pflichten, wie die Fürsorgepflicht. Zum Beispiel musst du:

  • geeignete Arbeitsmittel zur Verfügung stellen
  • für Arbeitsschutz sorgen
  • gesetzliche Vorgaben zu Arbeitszeiten beachten (Pausenregelungen, Dokumentation der Arbeitszeiten, etc.)
  • usw.

Bei Freelancer*innen bist du nicht weisungsbefugt: Du darfst sogar nicht vorgeben, wann und wo gearbeitet wird. Du kaufst Ergebnisse ein, nicht Präsenz oder feste Zeiten.

Ansonsten droht das Risiko der Scheinselbstständigkeit. (Siehe auch den Artikel: Scheinselbstständigkeit als Auftraggeber*in vermeiden).

Was es konkret bedeutet:

  • Kapazitäten:
    Angestellte sind relativ konstant da. Klar können Sie mal Überstunden machen und sie später ausgleichen, aber sie arbeiten jede Woche ungefähr gleich viel
    Freelancer können flexibel eingesetzt werden. Du kannst sie mehr oder weniger beauftragen, je nach Anforderungen. Du kannst auch ein paar Monate pausieren, und die Zusammenarbeit wieder aufnehmen.

  • Planung:
    Angestellte erfordern vorausschauende Auslastung.
    Freelancer erlauben Peaks abzufangen.

  • Exklusivität:
    Angestellten haben meist 1 Arbeigeber*in, daher sind sie per se eingebundener.
    Freelancer haben per Definition mehrere Auftraggeber*innen. Das heißt, sie haben nicht nur dich in ihrem Arbeitsleben.

Die Gemeinsamkeiten von Freelancer*innen und Angestellte in der Führung

Verträge arbeiten nicht.

Menschen arbeiten.

Bezahlung ist kein Motivator für Spitzenleistung, sondern die Basis des Tauschs. Für Engagement brauchst du Sinn, Vertrauen und Autonomie.

Bei Angestellten ist das Potenzial für Identifikation und Bindung höher: ein Arbeitsplatz, klare Zugehörigkeit, langfristige Perspektive. Nutze das, indem du Entwicklungspfade, Verantwortung und Rituale der Zusammenarbeit gestaltest.

Bei Freelancer*innen fehlt oft Exklusivität – Bindung entsteht über professionelle Einbindung.

  • Teile Kontext (Ziele, Zielgruppe, Tonalität).

  • Benenne Verantwortungsbereiche statt nur Aufgaben.

  • Würdige Beiträge öffentlich im Team – Zugehörigkeit entsteht durch Sichtbarkeit.

People follow people. Vertragsformen definieren Grenzen, nicht Beziehungen.
Deine Haltung entscheidet, ob Menschen über Mindestmaß hinausdenken.

Führung von Freelancer*innen und Angestellte im Alltag: Rollen, Onboarding, Feedback & Meetings

Rollen & Verantwortung

Einer der häufigsten Fehler ist, Freelancer nur als reine Dienstleister zu sehen.

Damit verschenkst du unglaublich viel Potenzial. Auch freie Mitarbeitende können Verantwortung übernehmen – nur auf eine andere Art.

Überlege dir also bewusst:

  • Welche Rolle nimmt die Person ein?
  • Welche Verantwortung soll sie tragen?

Das gilt nicht nur für Festangestellte, sondern genauso für Freelancer. Der Unterschied liegt darin, wie nah oder wie distanziert du in der Zusammenarbeit bist.

Onboarding & Einarbeitung

Ganz egal, ob jemand fest im Team ist oder als Freelancer mitarbeitet: Jede Person braucht ein gutes Onboarding.

Das bedeutet nicht nur Zugänge und Prozesse zu erklären, sondern den Kontext zu vermitteln – also warum ihr etwas so macht, wie ihr es macht.

Bei Festangestellte, die langfristig bei dir arbeiten sollen, ist das selbstverständlich.

Aber auch erfahrene Freelancer*innen müssen sich in deine Strukturen, Tools und Abläufe einfinden. Gib ihnen lieber ein bisschen mehr Information, als später mit Missverständnissen oder Korrekturen zu kämpfen.

    Feedback & Kommunikation

    Hier sehe ich oft zwei Denkfehler:

    • „Mit Freelancern muss man nichts besprechen, die sollen einfach liefern.“

    • „Angestellte brauchen ständige Kontrolle.“

    Beides stimmt nicht. Menschen brauchen Klarheit – keine Kontrolle.
    Wenn du möchtest, dass Ergebnisse besser werden, brauchst du klare Erwartungen und gutes Feedback.

    Das gilt für beide Seiten gleich: Formuliere, was du erwartest, gib Rückmeldung zu Ergebnissen (nicht zur Person) und nutze Feedback, um gemeinsam zu wachsen – nicht, um zu bewerten.

      Meetings & Einbindung ins Team

      Ob Freelancer in Teammeetings oder Teamchats gehören, hängt davon ab, wie stark sie eingebunden sind und welche Verantwortung sie tragen.

      Nicht jeder muss überall dabei sein – aber wer Verantwortung trägt, sollte auch Zugang zu den Informationen haben, die dafür nötig sind.

      Und das ist unabhängig davon, ob jemand frei oder fest mit dir arbeitet.

      Wichtig ist, dass du bewusst entscheidest, wie viel Nähe oder Distanz du möchtest.

      Denn gute Führung heißt, den Rahmen so zu gestalten, dass alle wissen, was ihre Aufgabe ist – und was sie brauchen, um sie gut zu machen.

        Fazit: Führung heißt, den Menschen zu sehen

        Egal ob Freelancer oder festangestellte Mitarbeiter*in – am Ende arbeitest du immer mit Menschen. Und Menschen brauchen Klarheit, Vertrauen und das Gefühl, gesehen zu werden.

        Es geht nicht darum, ob jemand auf deiner Lohnliste steht oder projektweise arbeitet, sondern wie du führst.

        Gute Führung entsteht, wenn du verstehst, was dein Gegenüber braucht, um Verantwortung zu übernehmen, gute Entscheidungen zu treffen und sich verbunden zu fühlen.

        Menschlich zu führen heißt, Grenzen zu kennen – aber Beziehungen zu gestalten. Es heißt, Strukturen zu schaffen, die Halt geben, ohne zu kontrollieren. Und es heißt, Raum zu lassen für Eigenverantwortung, Kreativität und Wachstum.

        Wenn du das verinnerlichst, ist es fast egal, ob du mit Freelancer*innen arbeitest oder dein erstes Team fest anstellst – denn dann führst du nicht über Verträge, sondern über Vertrauen.

        Porträt Angelique Dujic Mentorin für Teamaufbau für Gründer*innen & Unternehmer*innen

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