Lisa Königs hat die Deutsche Neuro-Akademie zusammen mit ihrem Mann Andreas aufgebaut. Dort bilden sie Therapeuten und Trainer in Neuro Athletik aus, einem Ansatz, der über Gehirn und Nervensystem auf Leistung, Schmerz und Bewegung wirkt.

Im Gespräch hat Lisa erzählt, wie sie und Andreas ihr Team in der Zusammenarbeit mit mir aufgebaut haben, welche Aufgaben sie abgegeben haben und was für sie als Unternehmer-Duo wichtig ist.

Hier sind ihre wichtigsten Learnings.

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TEAM-UP Podcast | Folge #151 | Als Paar ein Unternehmen führen: Wie Lisa und Andreas Könings ihr Team aufbauen – Interview mit der Deutschen Neuro-Akademie

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Angélique: Liebe Lisa, was waren die Gründe, Mitarbeitende einzustellen? Gab es einen Auslöser?

Lisa: Das haben wir schon länger überlegt.

Die erste Unterstützung war eher Zufall: wir hatten eine duale Studentin im Bereich Ernährungsberatung. Sie war eine Zeit lang bei uns beschäftigt und hat uns unterstützt.

Danach haben wir gemerkt, dass die Arbeit über die Zeit einfach immer mehr wird: immer mehr Anforderungen, immer neue Ideen.

Wir haben zwei Minijobber im Büro eingestellt, aber auch das hat nicht so gefruchtet, wie wir uns das vorgestellt hatten. Also haben wir uns für eine Festanstellung entschieden, mit jemandem, der schon weiterentwickelt ist.

Auslöser war letztlich: Wir haben ganz viele Ideen und Projekte, aber knappe Ressourcen, um da nicht mehr alles selbst zu tun.

Angélique: Wie sieht euer Team heute aus?

Lisa: Wir haben aktuell eine feste Angestellte, ca. 22 Stunden die Woche, vier Vormittage. Sie kümmert sich um Backoffice, Seminarorganisation und Kundenbetreuung.

Dazu arbeiten wir mit mehreren Freelancern zusammen, teils schon seit Jahren: für Videoschnitt und Social-Media-Formate, für Technik und Automatisierung, für die Homepage und ab und zu für SEO-Texte.

Bald steigt eine neue Mitarbeiterin in das Team ein und wird sich um alle möglichen Design- und Gestaltungs-Aufgaben kümmern.

Unsere beste Teamstärke liegt wahrscheinlich bei drei Leuten mit 20 bis 25 Stunden, perspektivisch vielleicht fünf Mitarbeitende.

Angélique: Was waren die Aufgaben, die ihr als Erstes auslagern wolltet? Und warum genau diese?

Lisa: Das war von Anfang an Organisatorisches: Rechnungserstellung, Angebotserstellung, Buchhaltung, im Bereich Ernährungsberatung auch die Vorbereitung von Klientenmappen.

Dinge, die immer wieder anfallen, wichtig sind und Zeit kosten, aber nicht unbedingt ich machen muss.

Im zweiten Schritt kamen dann Aufgaben dazu, wo wir Profis gesucht haben, zum Beispiel Videoschnitt. Das haben wir früh ausgelagert, weil wir das einfach nicht so gut können und es nicht unsere Expertise ist.

Angelique Dujic Teamaufbau-Mentoring

Angélique: Und welche Aufgaben behaltet ihr und werden erstmal bei euch bleiben?

Lisa: Bei Andreas bleibt die Seminargestaltung, also Inhalte kreieren und sie vor Menschen zu vermitteln. Das würde er sich nie nehmen lassen, das ist das Allerliebste, was er tut. Er ist auch das Gesicht der Marke.

Bei mir ist es die strategische Arbeit: wo wollen wir hin, Marketingmaßnahmen, Jahresplanung, alles, was mit Zahlen zu tun hat, und alles, was geschrieben wird.

Angélique: Gibt es Aufgaben, die eigentlich keine Aufgaben der Geschäftsführung mehr sind, die du aber trotzdem behältst?

Lisa: Ich bin schon eine kleine Perfektionistin, mir fällt es schwer, Dinge abzugeben. Wahrscheinlich ist es die Planung: zu überlegen, was machen wir als Nächstes.

Das könnte wahrscheinlich sogar eine Marketingstelle besser machen als ich. Trotzdem würde ich es wohl immer mal noch selbst gucken, weil es großen Einfluss auf das Business hat.

Angélique: Was ist eine Voraussetzung, damit die Zusammenarbeit als Paar funktioniert?

Lisa: Interesse ist ganz wichtig. Interesse für das Thema selbst, nicht nur für die Tätigkeiten drumherum. Wir interessieren uns beide für Gesundheit und das Nervensystem, darüber können wir den ganzen Tag sprechen. Das ist wichtig, sonst stellt sich irgendwann die Frage, ob die Arbeit überhaupt jemals aufhört.

Angélique: Was trägt sonst noch dazu bei, dass es als Unternehmer-Duo langfristig gut klappt?

Lisa: Dass man sich gut ergänzt. Wenn beide dasselbe können und dieselben Aufgaben wollen, geht das Unternehmen nur in eine Richtung. Wir haben unterschiedliche Stärken, die wir einsetzen, um gut zusammenzuarbeiten.

Angélique: Was sind eure Schwerpunkte konkret?

Lisa: Andreas ist bei uns der Techniker: Homepage, Automationen, etc. Er macht Inhalte, gibt Seminare, wählt fachliche Leiter aus. Bei mir ist es Organisation, strategische Planung, Marketing und alles, was geschrieben wird. Auch Mitarbeiterführung und Einarbeitung. Abrechnung und Steuern liegen dagegen bei Andreas. Im Zweifel holen wir uns einfach kurz das Feedback des anderen ein.

Angélique: Gibt es Dinge, die ihr beide gleich gerne macht?

Lisa: Da muss ich lange überlegen. 😄 Ich gebe auch gerne Vorträge und nehme auch gern Podcasts auf, aber nicht so gerne wie Andreas. Für ihn ist das ganz, ganz wichtig, da geht er voll auf.

Angélique: Wie trennt ihr Berufliches und Privates?

Lisa: Gar nicht wirklich. Wir haben das nie getrennt. Man hat einfach eine Idee, dann fällt einem noch etwas ein… und das passiert rund um die Uhr, nicht nur innerhalb einer bestimmten Arbeitszeit.

Ich bin da gedanklich stärker drin als Andreas, der kann eher auch mal abschalten. Aber bisher ist das für keinen von uns beiden zu viel, weil es uns einfach wichtig ist und wir auch über andere Themen sprechen.

Angélique: Wie sieht euer Arbeitsalltag zwischen Homeoffice und Büro aus?

Lisa: Wir haben seit 2020 eigene Räumlichkeiten, dort sitzen unsere Akademie, die Ernährungsberatung und das Büro für unsere Mitarbeiter.

Zu Hause haben wir zusätzlich ein Arbeitszimmer. Für Seminare und Termine vor Ort sind wir natürlich vor Ort, genauso für Podcast- oder Social-Media-Aufnahmen wegen der Ausstattung. Für Online-Termine oder Abendtermine gehe ich lieber kurz hoch ins Arbeitszimmer, statt bis 22 Uhr im Büro zu sein.

Angélique: Was ist euer idealer Plan für die Mitarbeitenden: remote oder vor Ort?

Lisa: Am allerliebsten ist uns eine Hybridvariante. Mit nur Remote tun wir uns schwer, weil ich dann gar keinen Bezug mehr habe und gerade kurze Wege sehr schätze.

Wir sind mit unseren Räumlichkeiten aber auch limitiert: Platz für drei Leute gleichzeitig hätten wir gar nicht. Am liebsten wäre uns also alternierend vor Ort, mit der Möglichkeit, auch im Homeoffice zu arbeiten.

Angélique: Hat euch das Unternehmertum persönlich verändert?

Lisa: Das verändert einen so graduell, dass es schwer zu sagen ist, was vorher anders war. Ohne unsere Tochter wäre ich wahrscheinlich nie selbstständig geworden, wir sind beide eher sicherheitsliebend, keiner von uns ist besonders risikobereit.

Aber irgendwann war eine Anstellung und das „Eingeengtsein“ einfach keine Option mehr. Ich liebe diese Unabhängigkeit, auch wenn ich sieben Tage die Woche arbeite. Man wird auch etwas selbstbewusster und sieht Dinge mit einer anderen Brille als vorher, seit ich die Seite gewechselt habe.

Angélique: Wo seht ihr euch und euer Unternehmen in einigen Jahren?

Lisa: Das klare Ziel ist Marktführerschaft im Bereich neurozentrierte Ausbildung: die Seminare weiter ausbauen, als absolute Experten wahrgenommen werden, ob durch Vorträge, weitere Bücher oder mehr Seminare.

Bei den Mitarbeitenden wäre mein Wunsch, drei Stellen zu besetzen: die Bürostelle, die wir schon haben, eine Marketingstelle, weil Andreas gerade noch sehr viel selbst macht, und als dritte Stelle jemanden wie einen Azubi für alles, was sonst noch anfällt.

Angélique: Was macht die Zusammenarbeit mit eurer aktuellen Mitarbeiterin so gut?

Lisa: Ich würde sagen, weil sie so ist wie ich. Aber das ist sie ja nicht wirklich. Sie bringt viel mit, was wir wirklich schätzen, und das beruht auf starker Gegenseitigkeit.

Wir haben jemanden gefunden, der unsere Werte versteht, versteht, wie wir sprechen und denken und warum wir Dinge tun und der genauso Lust hat, das voranzubringen. Dabei ist sie zuverlässig und kann auch meinen schnellen Gedankengängen folgen – was nicht immer einfach ist. Bei der Mitarbeitersuche ist uns deshalb nicht nur wichtig, was jemand kann, sondern auch, wie es zwischenmenschlich passt.

Angélique: Hast du einen Tipp für alle, die dieses Interview lesen?

Lisa: Dass man auf jeden Fall frühzeitig Mitarbeiter einstellt, früher, als man glaubt, sie zu brauchen. Nimm den Mut zusammen, nimm das Geld in die Hand und suche jemanden, der dich unterstützt. Denn wenn du merkst, dass du jemanden brauchst, ist es eigentlich schon zu spät.

Fazit:

Lisa Königs zeigt im Interview, wie Mitarbeiter einstellen als Unternehmer-Duo in der Praxis aussieht: erst Organisatorisches abgeben, dann Spezialaufgaben an Profis auslagern, während beide Partner die Aufgaben behalten, die zu ihren Stärken passen.

Getragen wird die Zusammenarbeit als Paar von gemeinsamem Interesse am Thema und komplementären Stärken. Ihr wichtigster Rat: früher einstellen, als man glaubt, es zu brauchen.

Über Lisa & Andreas Könings – Deutsche Neuro-Akademie

Lisa und Andreas Königs sind Mitinhaber der Deutschen Neuro-Akademie.

Dort bilden sie seit 2018 Therapeuten und Trainer in Neuro Athletik aus, einem Ansatz, der über Gehirn und Nervensystem auf Leistungssteigerung, Schmerzreduktion und bessere Bewegung wirkt.

Andreas kommt ursprünglich aus dem Sportbereich und war zuvor Mitinhaber zweier anderer Firmen im Personal-Training-Umfeld. Lisa hat sich parallel zu ihrer Festanstellung nebenberuflich mit Kursen und Ernährungsberatung selbstständig gemacht.

2020 haben sie gemeinsam die damalige Deutsche Akademie für Neuroverfahren übernommen und daraus die Deutsche Neuro-Akademie aufgebaut. Neben der Ausbildungstätigkeit bieten beide auch eigenes Training an, unter anderem Personal Training und Ernährungsberatung.

Zu ihrer Website: https://neuroathletik-training.de/

Zu ihrem Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCL14ZVPvqsBMlWdHvo919aw

Zu ihrem Instagram-Profil: https://www.instagram.com/neuroakademie/

Porträt Angelique Dujic Mentorin für Teamaufbau für Gründer*innen & Unternehmer*innen

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