Viele Unternehmer*innen mit kleinem Team gehen davon aus, dass ein wöchentliches Teammeeting und wöchentliche 1zu1-Gespräche mit jedem Teammitglied einfach dazugehören.
Das ist der Standard, den man aus großen Unternehmen kennt, also übernimmt man ihn.
Nur: Das muss nicht so sein. Es gibt keine Vorgabe, die ein bestimmtes Meeting-Setup vorschreibt.
Dieses Modell aus einem wöchentlichen Gesamtmeeting hat sich in vielen Unternehmen etabliert und ist dort (sorry not sorry dass ich das sage!) eine erhebliche Zeitverschwendung.
Wenn du deinen eigenen Stundensatz und den deiner Teammitglieder zusammenrechnet, kannst du kalkulieren, wie viel dich ein Meeting tatsächlich kostet. Du merkst schnell, dass ein einziges Meeting mehrere hundert Euro gekostet hat.
Genau deshalb lohnt sich die Frage: Welche Remote Team Meetings brauchst du wirklich – und welche nicht?
In diesem Artikel erfährst du,
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1zu1-Meetings: wann sie sinnvoll sind und wo die Grenze liegt
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Daily Standups: warum sie oft nicht halten, was sie versprechen
- Wöchentliche Teammeetings: Ziel, Teilnehmerkreis und Dauer klären
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Meetings für den großen Überblick (monatlich bis quartalsweise)
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Remote Team Meetings virtuell gestalten: Kaffeetrinken, virtuelle Räume & Co.
- FAQ
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TEAM-UP Podcast | Folge #154 | Mini-Serie Remote-Teams [3]: So findest du die richtige Meeting-Struktur für dein Team
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Warum es kein Standard-Meeting-Setup gibt
Von einer Sache kannst du dich gedanklich verabschieden: Es gibt kein bestimmtes Format, was für alle funktioniert.
Deshalb ergibt es auch wenig Sinn, bestimmte Meetings mit deinem Team zu machen, nur weil es „alle so machen“.
Finde statt dessen heraus, welches Meeting-Modell für DEIN Team und DEIN Unternehmen funktioniert.
Bedenke dabei: Jedes Meeting braucht ein Ziel und einen Zweck. Erst wenn das klar ist, lässt sich entscheiden, welche Meeting-Art überhaupt sinnvoll ist, wer teilnehmen sollte und wie oft es stattfinden muss.
1zu1-Meetings: wann sie sinnvoll sind und wo die Grenze liegt
1zu1-Meetings finden zwischen zwei Personen statt: dir und einem Teammitglied. Es macht durchaus Sinn in regelmäßigen Abständen Einzelmeetings mit jedem Teammitglied zu führen.
Allerdings funktioniert dieses Format in der Regel nur solange dein Team nicht zu groß ist. Man sagt bis zu etwa neun Direct Reports – also Menschen, die fachlich direkt geführt werden – kannst du noch selbst führen.
Führst du mehr Personen direkt, wird Teamführung fast zu einem Vollzeitjob. Genau deshalb wird in vielen Unternehmen ab einer bestimmten Teamgröße eine zusätzliche Führungsebene eingeführt.
Wie oft ein 1zu1-Meeting stattfinden sollte, hängt vom Arbeitsumfang der Person ab. Jemand, der als Freelancer fünf bis zehn Stunden im Monat arbeitet, braucht kein wöchentliches Meeting, das würde einen unverhältnismäßig großen Teil der Arbeitszeit einnehmen. Mit einer Vollzeit-Mitarbeiterin wiederum kannst du gut einmal wöchentlich sprechen.
Entscheidend ist außerdem, worum es im Meeting geht: Geht es um Themen, bei denen strategische Mitentscheidung gefragt ist, oder handelt es sich eigentlich nur um Reporting, das auch asynchron über Chat funktionieren könnte?
Bei Aufgaben, die regelmäßig Freigaben oder Input brauchen (etwa bei Content) ist ein wöchentliches Format oft passend. Bei Themen wie Ads-Kampagnen reicht dagegen häufig ein monatlicher Rhythmus, weil sich dort nicht ständig etwas verändert.
Auch die Dauer richtet sich nach dem Inhalt: Ein kurzer Austausch kann in 15 Minuten erledigt sein, ein Meeting mit vielen Freigaben und Abstimmungen kann 30 bis 45 Minuten dauern. Bei sehr enger Zusammenarbeit und hohem Stundenumfang ist auch eine Stunde möglich.
Daily Standups: warum sie oft nicht halten, was sie versprechen
Daily Standups sind kurze Meetings, meist morgens zwischen neun und zehn Uhr, in denen alle im Team kurz berichten, woran sie gerade arbeiten.
In großen Teams übernehmen das oft nur die Projektmanager*innen. Diese Meetingart kenne ich aus meiner langjähriger Agentur-Erfahrung. In der Branche ist dieses Format sehr verbreitet, weil alle wissen, wer woran arbeitet.
Da mag in Agenturen sinnvoll sein, weil viele Teams an vielen Kunden und Projekten gleichzeitig arbeiten. Trotzdem überzeugt dieses Format nicht in jedem Fall.
Oft ist es zu kurz, um sich wirklich ein Bild zu machen, oder es artet aus.
Sinnvoll ist das Format vor allem in intensiven Projektphasen oder in Teams, die eng miteinander arbeiten, in denen alle Beteiligten am selben Thema arbeiten und wissen, worum es geht.
Wer nicht selbst im jeweiligen Projekt steckt, erfährt durch das Standup nicht wirklich, was die anderen machen. Wenn die Teams keine Berührungspunkte miteinander haben, dann ist es nur ein geduldiges Warten, bis man selbst dran ist.
Das Ergebnis: Man sitzt die Zeit ab, bis das Meeting vorbei ist.
Der eigentliche Wert entsteht dann meist in den ersten Minuten, bevor alle da sind, wenn kurz zwischenmenschlich gequatscht wird.
Wöchentliche Teammeetings: Ziel, Teilnehmerkreis und Dauer klären
Dieses Format ist das häufigste Meetingformat in den meisten Unternehmen. Das Meeting findet wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich statt, in dem jede Person berichtet, was gerade läuft, wo Prioritäten liegen und wo Abhängigkeiten zwischen Teammitgliedern bestehen.
Das ist durchaus eine sinnvolle Meetingart. Und trotzdem solltest du dieses Meeting nicht einfach nur machen, nur weil „man das so macht“.
Fehlt eine klare Moderation und Planung, arten diese Meetings leicht aus. Zwei Stunden für ein Teammeeting sind keine Seltenheit, während ein Teil der Anwesenden längst gedanklich woanders ist. Dann ist es einfach nur eine sehr teure Zeitverschwendung.
Deshalb lohnt sich auch hier die Frage nach dem Ziel:
Was soll das Meeting erreichen?
Daraus ergibt sich:
- wer wirklich teilnehmen muss,
- wie oft es stattfindet,
- wie lange es dauert
- und was besprochen wird.
Nicht jedes Teammitglied braucht in jedem wöchentlichen Meeting dabei zu sein, teilweise sind sogar Gründer*innen selbst nicht mehr Teil des operativen Teammeetings, weil sie dort nicht mehr gebraucht werden.
Meetings für den großen Überblick (monatlich bis quartalsweise)
Neben den operativen Meetings gibt es Formate, bei denen alle zusammenkommen, um zu erfahren, was in anderen Bereichen passiert, auch wenn im Alltag wenig Berührungspunkte bestehen.
Solche Meetings sind sinnvoll, wenn du zum Beispiel ein Content- und Marketing-Team, ein Kundenteam und ein Organisationsteam hast, die sich sonst kaum begegnen.
Weil diese Meetings oft mehr Vorbereitung erfordern (weil zum Beispiel Ergebnisse, Planung und Ausblick präsentiert werden müssen), lohnt sich hier ein selteneres Format: monatlich höchstens, quartalsweise ist gut.
Manche Kund*innen machen das auch nur zweimal oder einmal im Jahr, was dann allerdings eine andere Qualität hat. (Siehe auch weiter unten Live-Treffen.)
Remote Team Meetings virtuell gestalten: Kaffeetrinken, virtuelle Räume & Co.
In einem physischen Büro entsteht zwischenmenschlicher Austausch oft nebenbei, etwa in der Teeküche.
Remote fehlt dieser Rahmen, lässt sich aber abbilden.
Da kommt allerdings Kreativität ins Spiel: zum Beispiel virtuelle Kaffeetreffen, bei denen sich wöchentlich zwei Teammitglieder für zehn Minuten zusammenfinden, oder feste Zeitfenster, in denen ein virtueller Raum offensteht, den jede*r betreten kann. Manche Teams verbinden das mit Feierabend-Formaten, etwa einem wöchentlichen Termin mit virtuellen Spielen.
Feste wöchentliche Zeitfenster funktionieren vor allem dann gut, wenn alle Teammitglieder einen ähnlichen Arbeitsumfang haben. Bei einer Mischung aus Minijob, Teilzeit und Vollzeit lässt sich selten ein gemeinsamer Zeitpunkt finden, der für alle passt.
Die stärkste Verbindung entsteht allerdings nicht durch zusätzliche Kaffee-Formate, sondern in der eigentlichen Zusammenarbeit. Etwa wenn zwei Teammitglieder gemeinsam Content für die nächsten Monate planen. Dort entsteht zwischenmenschliche Nähe fast automatisch, wenn zu Beginn oder Ende auch mal private Themen Platz finden.
Live-Treffen: warum sie im Remote-Team unverzichtbar sind
Ein Meetingformat gilt als besonders wichtig, wenn ein Team voll remote arbeitet: das persönliche Treffen vor Ort.
Viele meiner Kund*innen mit Remote-Teams organisieren das einmal im Jahr, manche mit mehrtägigen Reisen, bei denen ein Teil der Zeit Teambuilding und der andere Teil Arbeit ist, andere mit gemeinsamem Coworking oder einem einzelnen Tag. Manche treffen sich stattdessen quartalsweise, wenn Teammitglieder ohnehin regional näher beieinander sind.
Besonders bei neuen Teammitgliedern zeigt sich der Effekt deutlich: Persönliche Verbindung, Motivation und Identifikation nehmen nach dem ersten Live-Treffen spürbar zu. Nonverbale Signale und Zwischentöne lassen sich persönlich einfach besser wahrnehmen als über einen Bildschirm.
Projektmeetings als eigene Kategorie
Neben den bisher genannten Formaten gibt es Projektmeetings: etwa ein Kick-off zu Beginn eines Launches oder ein „Retro-Meeting“ am Ende, um zu reflektieren.
Diese Art von Meetings ist unabhängig davon, ob remote oder vor Ort gearbeitet wird, grundsätzlich sinnvoll und sollte separat organisiert werden.
Und ganz wichtig: ein wöchentliches Teammeeting ersetzt kein Projekt-Kick-off. Plane das lieber immer als separates Meeting, auch wenn solche Projektmeetings direkt im Anschluss an ein Teammeeting gelegt werden kann.
Struktur ist der Schlüssel, egal welches Format
Ob remote oder vor Ort: Jedes Meeting braucht Struktur.
Das bedeutet, vorab zu definieren:
- was das Ziel und der Zweck des Meetings sind,
- wie oft es statt finden soll,
- wer teilnimmt,
- welche Rolle wer im Meeting hat (Bsp: wer ist Moderator, wer führt Protokoll – und nein, das muss nicht alles du machen!),
- was besprochen oder beschlossen werden soll
- und wie lange es dauern soll.
Dauert ein Meetingformat regelmäßig länger als geplant, und ihr sitzt regelmäßig 1 bis 2 Stunden zusammen, lohnt sich das Hinterfragen und die bewusste Entscheidung, wie lange es eigentlich dauern soll und was hineingehört.
Fazit:
Es gibt keine Meetingstruktur, die für jedes Team gleich richtig ist.
1zu1-Meetings, Daily Standups, wöchentliche Teammeetings, größere Überblicks-Meetings, virtuelle Kaffeetreffen, Live-Treffen und Projektmeetings sind Bausteine, aus denen sich ein individuelles Setup zusammenstellen lässt.
Entscheidend ist bei jedem Format dasselbe: ein klares Ziel, ein passender Teilnehmerkreis und eine Häufigkeit, die zum tatsächlichen Arbeitsumfang der Teammitglieder passt. Die Meetingkultur, die zu dir und deinem Unternehmen passt, kannst du selbst definieren, du musst nicht die üblichen Formate einfach übernehmen.
FAQ: Häufige Fragen rund um Rückfragen vom Team
Wie oft sollte ich mit meinem Team remote meeten?
Das hängt vom Ziel des jeweiligen Meetings und vom Arbeitsumfang der Teammitglieder ab. Ein Freelancer mit wenigen Stunden im Monat braucht kein wöchentliches Format, während enge, intensive Zusammenarbeit häufigere Termine rechtfertigt.
Sind tägliche Standup-Meetings sinnvoll?
Sie können in intensiven Projektphasen hilfreich sein, wenn alle Beteiligten am selben Thema arbeiten. Außerhalb solcher Phasen sind sie oft zu kurz, um wirklichen Überblick zu schaffen, und werden schnell zur reinen Pflichtübung.
Wie oft sollte sich ein Remote-Team live treffen?
Viele Teams treffen sich einmal im Jahr persönlich, manche quartalsweise, wenn es regional möglich ist. Wichtig ist vor allem, dass es überhaupt stattfindet, da persönliche Treffen Verbindung und Identifikation im Team spürbar stärken.
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